Nichts Genaues weiß man nicht – viele Versicherungen spielen „Katz und Maus“ bei der Frage der stillen Reserven
Sonntag, November 16th, 2008
Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bereits 2004 laut ihren Kennzahlen feststellt, werden von den eingezahlten Beiträgen in den meisten Fällen über 20%, in einigen sogar über 30% für “Kosten” verwendet. Hierüber wird der Kunde in aller Regel nicht aufgeklärt.
Aber wer legt eigentlich fest, wie hoch dieser Teil der Beiträge ist ?
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Wie Abschliessen? Die Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, Allianz/Dresdner, Signal-Iduna sowie alle Sparkassen und Genossenschaftsbanken verfügen über hauseigene Riester-Fonds. Ihren Kunden bieten die sog. Berater (die aber mehr Verkäufer sind) diese Fonds jedoch nur selten an. Hauptgrund: Eine andere Variante, die Versicherungsform, bringt ihnen schneller höhere Provisionen. Viele dieser vermeintlichen “Berater” werden auch versuchen eine sogenannte fondsgebundene Riester-Rentenversicherung zu verkaufen - und behaupten, das sei mehr oder weniger dasselbe, ja sogar noch besser. Beide Argumente sind mehr als zweifelhaft. Lassen Sie sich davon nicht beirren. Wenn schon Riester, dann bitte die reine Fonds-Variante - ohne jedes Versicherungsdrumherum.
Zitat Wolfgang Scholl von der Bundeszentrale der Verbraucherver-bände in „Plusminus”:
„Die Kapitallebensversicherung war ja schon schlecht genug. Wenn die Bundesregierung die Leute nun in die private Rente hinein treibt, dann treibt sie diese vom Regen in die Traufe – das ist noch mal schlimmer!”
Es ist ja auch nachvollziehbar, dass die stetig wachsende Zahl länger lebender Ruheständler den privaten Versicherern genau dasselbe Liquiditätsproblem bescheren wie der staatlichen Rentenkasse. In dieser herrscht bereits gähnende Leere, und auch die Privatversicherer denken laut darüber nach, wie sie den Garantiezins von derzeit 2,25 Prozent (auf den Sparanteil) vielleicht auf 1,875 Prozent senken können. Denn durch hohe Garantieversprechen in früheren Zeiten sitzen die Gesellschaften nun in ihrem selbst geschaufelten Loch. Sie können aufgrund der schlechten Kapitalmarktrenditen die versprochenen Leistungen nicht mehr oder nicht mehr allzu lange zahlen. Schlimm ist, dass bereits vor rund 10 Jahren ziemlich heftig vor dem Abschluss von Privatrenten gewarnt wurde. Inzwischen können viele Besitzer von Privatrenten-Policen ein Lied davon singen, wie sie die in den letzten Jahren mehrmals erhaltenen Überschuss-Kürzungsmitteilungen Ihres Versicherers empfunden haben. Warum übrigens der Start gern sieht, dass das Volk lieber Privatrentenver-sicherungen abschließt anstatt anderer, lukrativerer Sparformen? – Nun: Die Lebensver-sicherer legen schätzungsweise zwischen 20 und 30 Milliarden Euro in Bundesschatzbriefen und sonstigen staatlichen Anleihen an. Deren Verzinsung ist lächerlich gering, und auf diese Weise besorgt sich Vater Staat billig Kredit. Wenn nun die Bürger nach Vertragsablauf ihre gesamten Gelder ausgezahlt bekämen, wäre die sprudelnde Geldquelle für den Staat vorbei.
Das ist bei Privatrenten-Verträgen anders, denn um in den Genuss der Minimalbesteuerung zu kommen, muss das Geld in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt werden. Der Versicherer „hockt” also noch lange, lange auf dem Geld des Sparers und „füttert” damit den geld-hungrigen Staat. Das Versicherungsunternehmen hat hierneben noch einen Riesenvorteil: Stirbt der Rentenversicherte nach der Rentengarantiezeit (meist 5 bis 10 Jahre), dann gehen die Hinterbliebenen leer aus - das vorhandene Restkapital erbt „Tante Victoria” oder Tante „Agrippina”!!!
Aber auch wer’s “erlebt” darf dann auf diese Privatrente noch wieder Krankenkassenversicherungsbeiträge zahlen. Dazu mehr im nächsten Beitrag.
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