Posts Tagged ‘Altersvorsorge’

Arm aus Unkenntnis !!

Montag, September 8th, 2008
Wer heute zehn ist, sollte spätestens mit 20 in die Altersvorsorge investieren. Doch weil Geld in Deutschland ein Tabu−Thema ist, wissen viele nicht, wie. Ihnen droht Armut !!                                

Es gibt auch in Deutschland Menschen, die nicht genug Geld haben, um für das Alter vorzusorgen. Dieter Frey, Sozial-psychologe an der Universität München, bestreitet das nicht. Doch er ist sicher: Dass in ein paar Jahren ein großer Teil der deutschen Bevölkerung unter Altersarmut leiden wird, liegt nicht daran, dass in den letzten Jahren das reale Einkommen einiger Gruppen geschrumpft ist. Der Grund sei vielmehr, dass keine Bevölkerungsschicht über die finanzielle Allgemeinbildung verfügt, die man bräuchte, um auch wenig Geld so zu investieren, dass es im Alter reicht.

Volker Schilke, Gründer und Leiter des Deutschen Institut für Wirtschaftlichkeitsprüfungen und Vermögens-Analysen, teilt Freys Einschätzung. Es sei ja nicht so, dass in Deutsch-land grundsätzlich keine Altersvorsorge getroffen werde. Im Gegenteil: Die Sparquote ist so hoch wie in kaum einem anderen Land, weiß der gelernte Bankkaufmann. Auch wer wenig habe, versuche oft genug, davon noch etwas abzu-zwacken. Nur beginne er im Zweifel nicht ausreichend früh oder wähle ausschließlich klassische Anlageformen  mit wenig Risiko, aber eben auch mit wenig Rendite. Als Folge davon wird das Geld im Alter knapp.                                   Der finanzielle Analphabetismus der Deutschen führt zu Altersarmut  so lässt sich die These der beiden Experten, wenn auch etwas überspitzt, formulieren. Über die Ursachen der Misere sind sich beide einig. Die Deutschen verstehen den Finanzmarkt nicht, weil das Thema Geld hierzulande wie in kaum einen anderen Land ein Tabuthema ist. Wer viel hat, schämt sich oft dafür und will keinen Neid erzeugen. Wer wenig hat, schämt sich erst recht − insbesondere dann, wenn ihm seine Ausbildung, wie es bei Akademikern prinzi-piell der Fall ist, eigentlich viele Möglichkeiten bot.    Während der Lohnzettel in den USA zum gelungenen Small-talk gehört, gibt es bei uns noch immer Unternehmen, die ihren Angestellten untersagen, die Höhe des Einkommens auch nur zu erwähnen. Das Schweigen setzt sich anderswo fort. In Schule, Elternhaus und Gesellschaft finden Ge-spräche über Geld nicht statt. Mit fatalen Folgen, wie es das DIWVA-Insitut in Hamburg, immer wieder erlebt. Denn um einen Sachverhalt begreifen zu können, das haben Lern-theoretiker schon vor Jahrzehnten bewiesen, muss man über ihn reden oder  besser noch  andere dabei beob-achten, wie sie mit ihm umgehen. Wer lernen will, sein Geld sinnvoll zu nutzen, muss den besten Freund nach der Höhe seiner Erbschaft fragen, und wie er sie investiert. Er muss wissen wollen, wie hoch die Gewinne des Kollegen am Aktienmarkt sind und wie er sie erreicht hat.                           Fakt jedoch ist, dass selbst Ehefrauen sich häufig nicht trauen, nach dem genauen Einkommen des Partners zu fragen. Und erst recht nicht, wie viel davon in die Altersvor-sorge investiert wird. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass mein Mann das macht, erklärt Mona Behrmann*. Umso größer war die Überraschung, als sie erfuhr, dass ihr Mann, Banker von Beruf, zwar für sich Vorsorge getroffen hat, ihr im Falle einer Trennung aber kaum etwas bliebe. Dabei brachte die studierte Kommunikationswissenschaftlerin einen Großteil des Familieneinkommens nach Hause, bevor sie für die Kinder zu Hause blieb. Sie ist keineswegs ein Einzelfall. Fachkundige Beratung tut also dringend Not. INFO

 

 

 

Versprochen - Gehalten?

Donnerstag, Juni 12th, 2008

Da hat doch die Allianz Lebensversicherung den Begriff Inflation offenkundig neu definiert. So wurden uns vor kurzem Unterlagen zur Verfügung gestellt, in denen die Allianz völlig unumwunden aus einer Gesamtleistung von ursprünglich rund 131.000 Euro in 2000, dem Beginn der Versicherung, in 2004 gerade mal 78.100 Euro übrig ließ. Wohl angemerkt, ohne das die Beitragssumme geändert wurde. Der Kunde kündigte. Vermutlich konnte von den eingezahlten Beiträgen nur wenig überhaupt zurückgeholt werden.

Nennen wir ihn der Einfachheit halber Herr Mustermann. Er trat zum ersten Nov. 2000 der Münchner Allianz Lebensversicherung bei. Allianz warb mit einer Verzinsung der Deckungsrückstellungen deutlich über dem vom Finanz-Analyse-Dienst “map-report” genannten Durchschnitt. Doch Herr Mustermann wurde eines Besseren belehrt. Zwar zahlte er von Beginn an rund 260 Euro monatlich in seine “Altersversorgung” ein, doch seine potentielle Gesamtleistung sollte von Jahr zu Jahr sinken. Dabei fing alles so gut an: Noch zum 01.11.2001 informierte ihn die Allianz, dass seine Gesamtleistung - also Garantiekapital plus Überschussbeteiligung - mit über 131.000 Euro sehr positiv in den Büchern steht. Doch bereits ein Jahr später verkündete der Münchner Versicherer, dass die Gesamtleistung gerade einmal 116.628 Euro beträgt. Die Augen auf gingen Herrn Mustermann allerdings, als Allianz zum 1.11.2003 verkündete, dass sein Anspruch künftig nur noch 87.000 Euro betragen würde. Wohl gemerkt, bei sonst gleichen Bedingungen. Als die Allianz dann ein Jahr später schriftlich mitteilte, dass der Anspruch abermals gesunken sei, nämlich auf exakt 78.100 Euro (also in einem Jahr um rund 9000 Euro !), kündigte Herr Mustermann.

Wir haben leider nicht in Erfahrung bringen können, ob und in welcher Höhe er überhaupt einen Anspruch von Allianz für seine eingezahlten Beiträge geltend machen konnte. Herr Mustermann war derart deprimiert wegen des vielen verlorenen Geldes, dass er mit den Versicherern in Deutschland nichts mehr zu tun haben möchte. Dabei sind Fälle wie seine “Paradebeispiele” für Ansprüche, die unsere Gesellschaft regelmäßig geltend macht. Wir bleiben also dran. Vielleicht können wir bald auch verkünden, dass Herr Mustermann von der Allianz eine satte Nachzahlung erhalten hat. Wir werden an dieser Stelle in jedem Fall weiterberichten berichten.

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